Das "Blaue Krokodil" ist eine Shadowrun-Bar im Frankfurt des Jahres 2053. Irdisch ist es eine Mailingliste, über die man (s)einen Charakter endlich einmal so richtig ausspielen kann, ohne Zeitdruck oder so ...
Unsere "Spielphilosophie" ist es, uns der im "richtigen" Spiel oft vernachlässigten Interaktion (mit Leuten, von denen man ausnahmsweise mal keine Comnummer haben will, mit Chummers außerhalb des Runs und einfach mit Leuten, die man trifft) anzunehmen. Das heißt, die Atmosphäre hier ist nicht das Gegeneinander der Straße, sondern ein geselliges Miteinander.
Das "Zum Blauen Krokodil" liegt an der Kaiserstraße in Frankfurt am Main. Die Kaiserstraße führt (in etwa) vom Hauptbahnhof zur Hauptwache/ Zeil und ist einerseits Teil des Rotlichtviertels (billige Sexshops, BTL-Dealer, Junkies), andererseits Teil von Frankfurts glitzernder Konzernwelt (Teure Restaurants, Edelbordells, Nobelkarrossen). Gewißermaßen ist sie der, oder einer der, Berührungspunkte: Hier machen junge Konpinkel erste leichte Erfahrungen mit der dunklen Seite des Nachtlebens - hier läßt die Polizei Verbrechen Verbrechen sein, solange es nicht überhand nimmt und sich niemand an einem wirklich hohen Tier vergreift - hier spannen gerade erst angekommene japanische Manager aus, entweder im Nobelrestaurant mit persönlicher Betreuung, oder, wenn er/ sie es deftiger mag, unten auf der Straße ...
Für die fahrbaren UntersÄ;tze der Gäste im "Krokodil" gibt es erstens in der Nähe drei Parkhäuser (Hauptbahnhof, Kaiserstraße und Hauptwache) und zweitens den Hinterhof (s.u.).
Das "Krokodil" wird von den verschiedensten Gästen aufgesucht: Hier treffen Runner auf ein paar der wenigen verbliebenen Frankfurter "Spontis" (die meisten sind nach Berlin und Hamburg verschwunden, als das Nordend plattgemacht wurde) und Sararimänner auf Straßenabschaum. Es ist nicht die typische "Run-Vermittlungs-Bar", sondern einfach ein Raum, wo man mal abspannen und geniessen kann.
Das Ambiente ist geregeltes Chaos: Im "Krokodil" prallen verschiedenste Stilrichtungen auf einander.
Um zur Tür des wahrscheinlich unscheinbarsten Lokals der Kaiserstraße zu gelangen, muß man drei Stufen hinaufsteigen. Dort erwartet einen ein Schild mit der Aufschrift: "Bitte nach oben sehen und lächeln!" Mit ein bißchen Übung kann man dort oben eine Kamera entdecken. Jemand, der sich wirklich auskennt, erkennt vielleicht sogar den Waffenscanner. Wenn man brav nach oben geschaut hat öffnet sich die Tür - meistens - und aus einem Lautschprecher hört man: "Wenden Sie sich beim Eintreten mit ihren krachmachenden Freunden nach rechts, und schließen sie sie mundgerecht ein."
Wenn man jetzt die fünf Stufen hinabsteigt, hat man tatsächlich rechts vor sich Schließfächer, deren Miete 5 Euro am Abend beträgt, die direkt vom Ebbie abgezogen werden. Alternativ gibt es auch einen Schlitz für eine 10 DM Münze.
Links vor einem, durch eine Mahagoniimitat-Milchglas-Wand - die aus einem gediegenen italienischem Restaurant stammt - abgetrennt, liegt das eigentliche Lokal.
Eine "typisch amerikanische" Bar mit sieben Hockern, die etwa die rechte, also nähere, Hälfte der hinteren Wand einnimmt. Davor fünf Tische unterschiedlicher Grösse und unterschiedlicher Stilrichtungen.
Die linke, weiter entfernte Ecke der Bar wird zum großen Teil von einer schlecht besuchten Tanzfläche eingenommen. (Die Musik hier dient normalerweise nur zur Berieselung.) An der linken Stirnwand steht ein Dreier-Spiele-Computer, an dem man von Tetris und Flipper bis zu den unmöglichsten takto-strategischen Spielen der neusten Generation so ziemlich alles spielen kann - ob allein oder mit bis zu drei Leuten. Allerdings laufen sie nur, wenn sie von einem gut gefüllten Ebbie gefüttert werden. Der echte ist wohl bei der Explosion (s.u.) zu Schaden gekommen.
In der selben Wand findet sich ein großes Loch, wo früher einmal eine Wand war. In dem ehemaligen Hinterzimmer scheint etwas explodiert zu sein. Jetzt ist hier eine gemütliche Ecke mit drei Sofas und einem Couchtisch eingerichtet. Außerdem steht hier ein Billardtisch.
In der hinteren Ecke steht ein Musikcomputer, der die Top100 Songs der letzten gut hundert Jahre beherrscht und sich als uralte Jukebox tarnt. In der hinteren Wand, direkt neben der Theke ist eine Stahltür (zur Küche) und links davon eine weitere mit der Aufschrift "Toiletten".
Um von aussen in den Hinterhof zu gelangen, der mit einem Gitter gesichert ist, muß man über eine Magnetkarte verfügen, da er eigentlich für die Fahrzeuge der Anwohner gedacht ist. In besonderen Notfällen verleit Achim seine Karte aber an gute Bekannte. Von hier aus gelangt man auch zu den Wohnungen im Haus.
Das Blaue Krokodil besteht seit etwa einem Jahr (Mitte '52) und seit dem ist nicht viel Besonderes passiert, bis auf die Explosion einer "Briefbombe" (das stand zumindest im Polizeibericht) im Hinterzimmer vor zwei Wochen. Das Krokodil war jetzt so lange geschlossen, um die Schäden zu beheben.