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Mit dem Rucksack durch Südamerika

Südamerika?

Der genialste Urlaub meines Lebens. Wie findet man jemanden, der so verrückt ist, so eine Tour durch Südamerika mitzumachen? Nun, man fährt nach Frankreich, lernt einen Iren mit Namen Ludwig kennen, besucht ihn in Dublin und macht zusammen aus, nach Indien zu fahren. Dann merkt man, dass in Indien der Monsun das ganze Unternehmen kaputt machen könnte und beschließt, auf den Spuren der Inka nach Südamerika zu gehen.

Gleich nach Lima! |  Lima? Ich will Machu Picchu sehen!


Der erst Abschnitt: Peru

In Lima, Hauptstadt Perus, sind wir nachts gelandet und waren gespannt, wie es uns wohl ergehen würde: Keiner von uns beiden hatte so etwas je gemacht. Wir fahren also mit dem Taxi vom Flughafen in die nächste billige Unterkunft und sehen, wie an jeder Ecke von oben bis unten absolut schwarz vermummte Soldaten mit kugelsicherer Weste und Maschinenpistole stehen. Das Herz ist uns da natürlich schon etwas in die Hose gerutscht.

Um die Bilder groß zu sehen, hier und bei den folgenden einfach draufklicken!
Am nächsten Tag gingen wir folglich auf Nummer sicher: Wir sperrten unsere Rucksäcke in der Schrank und verschlossen ihn mit einem Fahrradschloss. Das hier ist Ludwig, wie er die Plastikverkleidung meines Schlosses aufsägt, damit es duch den Griff der Schranktür passt.


Tagsüber sieht die Welt aber schon ganz anders aus. Im Zentrum von Lima gibt es zwar vor jeder Bank gut bewaffnete Polizisten, man fühlt sich aber gerade durch sie sehr sicher. Hier ein Regierungsgebäude.

Es gibt natürlich auch andere Gegenden in Lima: Etwa an dieser Stelle ist das Zentrum zu Ende. Weiter sind wir nicht gegangen - es war uns einfach zu gefährlich. Man muss sich aber klarmachen, dass hier das eigentliche Lima, das riesige Armutszentrum, anfängt und sich ewig in die Wüste erstreckt. Etwa die Hälfte der Gesamtbevölkerung Perus wohnt in Lima.


Es war schon ein gewaltiger Kulturschock. Wir sind dann auch recht schnell aus dem nach diversen Erzählungen nicht ungefährlichen Lima nach Arequipa, dem "Bayern" Perus gefahren. Hier trafen wir Cesare aus Italien und feierten zusammen mit ihm und einigen Einheimischen ihr Stadtfest. Die Kehrseite der Medaille: An diesem Tag wurden mir nicht nur 750 US$ in Reiseschecks, sondern auch etwa 200 DM in Chilenischer Währung gestohlen. Auch an meiner Uhr wurde gezerrt, doch habe ich das zum Glück noch gemerkt. Die Reiseschecks wurden tatsächlich eingelöst, mein Geld bekam ich von VISA trotzdem zurück.

Durch die Wüste fuhren wir meist mit dem Bus, dreimal sind wir jedoch auch Zug gefahren. Dabei kam es zu netten Begegnungen: Neben einem stuttgarter Aussteiger und einigen fränkischen und irischen Urlaubern kamen wir natürlich mit vielen Einheimischen in Kontakt. Witzig: Die Leute verstecken sich unter den Sitzen, um den Kontrolleuren zu entgehen. Kein großes Problem bei den überfüllten Zügen.

Neben Machu Picchu der mit interessanteste Teil Perus ist wohl der Cañon del Colca. Hier ein Bild, bei dem man den Jahrhunderte alten Terrassenanbau bewundern kann. Eine Kanufahrt ist möglich, jedoch sehr, sehr gefährlich. Jedes Jahr kommen hier mehrere Menschen um.
Einer der für mich beeindruckendsten Ausblicke überhaupt.

Ein großer Fehler von mir: Einen Film habe ich doppelt belichtet. Hier zwei Bilder aus diesem Film. Auf dem nicht so deutlichen Teil der Bilder sind die Nazca-Lines zu sehen. Einige sagen, es sei der größte Kalender der Welt - Däniken ist davon überzeugt, diese riesigen, in die Wüste gezeichneten Linien stellten eine Landebahn für Außerirdische dar. Wer den Kopf des "Außerirdischen" findet, soll mir eine email schreiben und die Position auf dem Bild genau beschreiben. Derjenige, der es als erster herausfindet, bekommt einen tollen peruanischen Preis. Der andere "Teil" des Bildes zeigt Ludwig mit einem kleinen Adler.
Diese Vögel sind schon etwas größer: Condore haben etwa drei Meter Spannweite. Wer sie einmal in einem Meter Entfernung an sich vorbeigleiten sah, kann erahnen, warum sie von den Incas vergöttert wurden...

Das hier ist in Cuzco aufgenommen. So wie das Bier in Arequipa "Arequipeña" heißt, heißt das Bier in Cuzco "Cusqueña". Die kleinen Inka-Mädels freuen sich meist schon, wenn so große und dazu womöglich noch blonde Europäer mit ihnen ein Bier trinken...


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Machu Picchu

Jetzt ging es los: Auf dem Inca-Trail nach Machu Picchu! Es heißt, an drei Stellen der Welt muss man gewesen sein, und zu diesen drei Stellen gehört neben der chinesischen Mauer und den Pyramiden von Giseh eben auch Machu Picchu. Wer einmal da war, kann das verstehen.
Doch zunächst muss man erst einmal dahin kommen. Das hier ist kurz nach dem Start unserer Wanderung aufgenommen worden: Für Insider: Bei Ollantaytambo (km 68, nicht 88) ging es für uns los. Schon zu Anfang, noch keine Vorstellung von den Strapazen, die am nächsten Tag kommen sollten, hat man ausschließlich Augen für die Schönheit der Natur. Das Wasser sollte man allerdings auch mit Desinfektionstabletten nicht trinken. Glaubt mir - ich habe es trotz aller Warnungen gemacht. Die Folge: Eine Salmonellenvergiftung...

Der Weg führte uns durch Wüste, Ansätze von Urwald, über hohe Berge und durch tiefe Täler. Hier ein Bild der auf dem Weg seltenen Urwaldgebiete. Dieser zweite Tag der Wanderung war der schwierigste: 9 km nur bergauf, in Höhen von bis zu 4000 m! Wenn ich mich nicht irre, ist der Gletscher im Hintergrund der 6271 m hohe Gipfel des Salcantay.

Hier haben wir den höchste Punkt des Trails (4198 m) schon hinter uns. Das atmen fällt mit 20 kg auf dem Rücken nicht ganz einfach - wir haben uns zum Glück einen Rucksack teilen können. Den anderen ließen wir in Cuzco zurück.

Diese Inka-Festung besuchten wir am dritten Tag. Beeindruckend und absolut uneinnehmbar. Die Inka waren ohnehin ein sehr kriegerisches Volk: Die meisten Highlights ihrer Kultur entwickelten sie nicht selbst - sie übernahmen das Wissen und einige Bräuche von den Kulturen, die sie eroberten.

Am vierten Tag, wir hatten in drei Tagen bereits 56 km zurückgelegt, sind wir um fünf Uhr morgens aufgestanden, um noch vor Sonnenaufgang in Machu Picchu zu sein. Wir hatten es geschafft. Die "Verlorene Stadt" der Inkas bleibt auch heute noch ein Mysterium: Erst 1911 wurde sie von einer Expedition entdeckt. Damals war die aus 216 Gebäden bestehende Stadt größtenteils vom Dschungel überwuchert. Sie bestand aus 14 Stadtvierteln, die sich alle mit Steinblöcken verriegeln ließen. War es also eine Festung gegen verschiedene Amazonasstämme, war Machu Picchu der Ort, an dem sich die sagenhaften "Sonnenjungfrauen" aufhielten? Wenn man dort ist, weiß man, dass es eine mythische Stätte war - oder vielmehr noch immer ist. Beeindruckend ist nicht so sehr die Stadt selbst, sondern vielmehr die einzigartige Berglandschaft, in die sie eingebettet ist.

Als wir in Machu Picchu ankamen, gab es erst mal für uns alle einen Schock: Es hieß, die Bahn befände sich in einem Streik und wir dürften den ganzen Weg wieder zurücklaufen. Zum Glück stellte sich das als eine Ente heraus. Zurück ging es also mit Bus und Zug. Als wir wieder in Cuzco ankamen, versuchten uns diese drei kleinen Kinder, für umgerechnet 30 Pfennig einen netten kleinen Welpen zu verkaufen - wir konnten ihn aber beim besten Willen nicht mitnehmen. Nach Bolivien hätten sie uns mit einem Hund gar nicht reingelassen.

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In Kürze mehr: Lago Titicaca, Bolivien, Chile, Buenos Aires, Montevideo