Special
Letztes Update: 8.3.2000
Kappe
Karneval in Köln 2000

oder:
Was man verpasst hat, wenn man in Berlin war ;-)




Pferd scheute in Karnevalszug:
Kutsche überrollte Siebenjährigen

Köln (dpa) - Bei einem Karnevalsumzug in Köln ist ein Pferd mit einer Kutsche durchgegangen und hat einen siebenjährigen Jungen auf dem Gehweg überrollt. Der an Ort und Stelle vom Notarzt behandelte Junge musste ins Krankenhaus gebracht werden, Lebensgefahr bestehe jedoch nicht, teilte die Polizei am Sonntag mit.

Auch der 69-jährige Großvater des Jungen wurde bei dem Zwischenfall am Samstag verletzt. Das Pferdefuhrwerk, ein einachsiger, eisenbereifter Holzwagen, stellte die Polizei zur technischen Untersuchung sicher.

(Kölnische Rundschau, 4.3.00)



Rosenmontag
Polizei 639 Mal im Einsatz

Insgesamt 639 Mal war die Kölner Polizei am Rosenmontag bei Notrufen im Einsatz. Hier die Einsätze im Einzelnen (in Klammern Vorjahr).

13 (11) Schlägereien
32 (40) Streitigkeiten
24 (20) Randalierer
34 (35) Ruhestörungen
36 (12) Körperverletzungen
27 (25) Hilflose Personen
41 (70) davon Ingewahrsamnahmen
41 (33) Verkehrsunfälle insgesamt

davon
04 (09) mit verletzten Personen
00 (00) mit getötete Personen
03 (01) VU mit Alkohol

Alkoholkontrollen dabei 690 (735) überprüfte Kfz-Führer 24
(14) Blutproben

(Kölner Express, 7.3.00)



Schock!
Natalie (5) ist weg
Von WERNER SCHLAGEHAN und PETER KÄSMACHER

exp Köln - Unfassbar! Mitten im Karnevalstrubel verlor eine Mutter an Weiberfastnacht in einer Kalker Gaststätte ihre fünfjährige Tochter. Und sie merkte es erst am nächsten Morgen! Als die Frau ihren Rausch ausgeschlafen hatte, vermisste sie ihre Tochter. Die Mutter alarmierte die Polizei. Und die startete eine Suchaktion.

Mutter und Tochter wollten so richtig schön Weiberfastnacht feiern.[...] Natalie freute sich. Das ein Meter große Mädchen hoppste herum, summte wie eine Biene. Dann stürzten sich Mutter und Tochter ins närrische Gewühl. Gegen 13 Uhr landeten beide in einer Gaststätte in Kalk.

Natalie bekam Limonade, die Gäste bestaunten ihr schönes Kostüm. Mama trank derweil Bier und Schnäpse - und das nicht zu knapp. Mit den anderen Gästen schunkelte sie und sang Karnevalslieder sang. Natalie spielte mit anderen Kindern.

Einige Zeit später wurde es Natalie langweilig. Sie stupste ihre Mama an, wollte nach Hause. Aber die Mutter hörte nicht hin, trank weiter, merkte nicht, dass Natalie aus der Kneipe verschwand. Nicht zu fassen: Vor lauter Feiern und Alkohol vergaß die Mutter ihre eigene Tochter. Sie ging nach Hause, legte sich ins Bett und schlief ihren Rausch aus. Erst gestern gegen zehn Uhr morgens wurde die Frau mit brummenden Kopf wach.Erster Gedanke: Wo ist Natalie? Ein Blick ins Kinderbettchen: leer!

In Panik suchte die Mutter das ganze Haus ab - keine Natalie. Dann rief sie die Polizei. Während die verzweifelte Frau bei der Kripo Anzeige erstattete, suchten Beamte in den Straßen von Kalk nach dem Kind.

Gegen 14.30 Uhr dann endlich die Erlösung: Natalie war nachts allein die 300 Meter zu einem Nachbarn gelaufen. Der hatte das Mädchen aufgenommen, es auf die Couch gelegt. Biene Maja war sofort eingeschlafen . . .

(Kölner Express, 4.3.00)


EXPRESS-Reporter Sven Schüler war Kehrmännchen
Die SoKo räumt auf

Der Prinz ist weg - d´r Zoch kütt! Kaum ist die letzte Kamelle geworfen, springen 250 orange Kehrmännchen auf die Straßen. Vor ihnen: Müllberge so weit das Auge reicht. Doch diesmal packte die SoKo EXPRESS mit an, Reporter Sven Schüler räumte beim Müllenniums-Zoch mit auf.

Fünf Kolonnen sind unterwegs um die 6,5 Kilometer Zochweg sauber zu fegen. Bevor die Besen geschwungen werden, habe ich kurz Zeit, mir in der Severinstraße das Zugende anzuschauen. Die Kehrmännchen Salvatore, Demi, Dieter und Ismail sind heute meine Kollegen - alle in bester Laune. [...]

Gegen 15.15 Uhr beginnt unser Einsatz an der Müll-Front. Besen in die Hand und los. Unglaublich, was beim Zoch alles liegen bleibt! Unzählige Pittermännchen, Dosen, ja sogar eine Thermoskanne. Mehrere Jecken verloren im Getümmel sogar einen Schuh - und eine Närrin sogar ihren Büstenhalter! [...]

Die Arbeit ist erst vorbei, wenn der Asphalt vollkommen Kamelle-frei ist. Rund 350 Tonnen Schmutz bleibt im kölschen Fasteleer in den Straßen unserer Stadt liegen - Wahnsinn. [...]

(Kölner Express, 7.3.00)



Unfall beim Karnevalsumzug
Kutsche überrollt Fabian (7)
Der Junge schwebt in Lebensgefahr

Von DETLEV SCHMIDT und F. SCHWIEGERSHAUSEN

exp Köln - Frankfurter Straße in Höhenberg: Die kölschen Jecken auf der Schäl Sick freuen sich auf ihren Veedelszoch. Auch Fabian P. und seine Großeltern wollen Kamelle sammeln. Doch dazu wird es nicht mehr kommen.

Plötzlich rast eine Kutsche mit einem Pferd auf den Bürgersteig. Der Kutscher (49) kann das Tier nicht bändigen, es ist durchgegangen, völlig verschreckt. Während die Oma von Fabian in letzter Sekunde noch ausweichen kann, rollt die Kutsche mit den schweren eisenbeschlagenen Holzrädern über den kleinen Jungen und seinen Opa.

Nur wenige Meter weiter kommt die Kutsche zum Stehen. Sofort wird der Notarzt alarmiert. Und der stellt fest: Fabian (7) hat gefährliche innere Verletzungen davongetragen. Mit dem Rettungshubschrauber Christoph 3 wird der kleine Junge in die Kinderklinik Amsterdamer Straße geflogen.

Seinen Opa bringt der Notarztwagen in die Unfall-Klinik Merheim. Er zog sich Verletzungen an Beinen und Armen und Hautabschürfungen zu. Die Kutsche wurde von der Polizei beschlagnahmt. Sie wird von einem Gutachter untersucht. Angeblich funktionierten die Bremsen nicht, sagten Augenzeugen.

Betroffenheit bei den Jecken in Höhenberg. Viele der bunt kostümierten Zaungästen an der Straße hatten von dem Vorfall gar nichts mitbekommen. Marlene Thelen verfolgte den Zoch zusammen mit Sohn Maurice.

Während der Sechsjährige den Kamellen hinterherflitzte, sagte sie: „Bei sowas hätten die Veranstalter ruhig diesen Zoch absagen können. Da hätte ich vollstes Verständnis für. Schließlich könnte es ja auch uns betreffen.“ Als Michaela Siegeth von dem schweren Unfall hörte, sagte sie: „Ich hoffe nur, dass hier heute keine Pferde mehr mitlaufen.“ Dann ging der Zoch los. Und die Eltern bangten um ihren kleinen Fabian.

(Kölner Express, 4.3.00)